Übersicht
Bei der Darstellung handelt es sich um ein Graphic Recording, ein illustratives visuelles Protokoll. Die Grafik zeigt die Themenschwerpunkte der Konferenz zum Thema „Gig, Crowd & Cloud – Sichere Arbeit, Fairer Wettbewerb?“. Es handelte sich um eine dreistündige virtuelle Konferenz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft zum Status Quo sowie zu arbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Fragen der Plattformökonomie.
Oben im mittleren Teil deckt sie unter anderem Fakten und offene Punkte zu den vom BMAS veröffentlichten „Eckpunkten für faire Plattformökonomie“ ab. Schlagworte wie „Schutz“, „Betriebsrat installieren“, „Sichtbarkeit“ und „Code of Conduct“ zeigen auf, welche Schritte noch unternommen werden müssten, um den Plattformarbeitenden einen „sicheren Stand“ zu geben. Oben im Zentrum der Grafik findet sich eine Darstellung eines Plattformarbeitenden, konkreter eines/einer Lieferdienstmitarbeiters/ Lieferdienstmitarbeiterin. Daneben stehen die Worte „Flexibel“, „Mobil“, „einfacher Nebenverdienst“, „Mehr Arbeit seit Corona“. Des Weiteren werden hier Anforderungen gesammelt, die die Plattformtätigen benennen, nämlich „mitgestalten“, „ich entscheide“, „meine Bedingungen“. Zudem finden sich hier Nachteile, mit denen sie zu tun haben, wie etwa „keine Aufstiegsmöglichkeit“, keine Sicherheit“, „auf mich selbst gestellt“ oder „prekär“.
Auch links unten in der Mitte liegt der Fokus auf den Plattformtätigen unter der Überschrift: „Arbeitsalltag und Organisation von Plattformtätigen“. Hier werden Forderungen gesammelt, die den Plattformtätigen mehr Sicherheit geben könnten: „Transparenz“, „Sozialversicherung“, „keine Parallelarbeitswelt“, „Vernetzung“, „Rechtsschutz“.
Weiter rechts werden die „Auswirkungen auf Beschäftigte und Verbraucher*innen“ thematisiert und in Beziehung gebracht. Die Marktmacht mit ihrer Möglichkeit der Definierung von Bedingungen blickt gierig auf eine/einen Plattformarbeitenden, der als „leicht ersetzbar“ bezeichnet wird. Das Schlagwort „digitales Proletariat“ bringt die Klassenfrage hier ein. Die Position der Kunden von Plattformen wird beschrieben mit den Schlagworten „Desinformation“ und „Manipulation“. Doch auch Lösungsmöglichkeiten finden sich, etwa in der Forderung nach mehr Übernahme von Verantwortung seitens der Plattformbetreibenden, dem Vorschlag an Kunden, direkt zu kaufen oder der Haltung „einen klaren Standpunkt beziehen.“
In der linken Hälfte der Grafik wurden politische und rechtliche Maßnahmen und offene Fragen zur Förderung fairer Plattformen gesammelt, u. a.: „Öffnung der Arbeitslosenversicherung“, „Arbeitsgerichte stärken“, „Rechtssicherheit für Plattformarbeiter“, „Beweislast umkehren“, „Was müssen Arbeitgeber*innen tun? Was muss der Staat tun?“.
Auf der rechten Seite der Grafik wird diese Sammlung fortgesetzt. Forderungen wie „Digitalisierung darf nicht zu Ausbeutung führen“, „Scheinselbständigkeit dekriminalisieren“ und „Betriebsrätemodernisierungsgesetz 2021“ finden sich neben Statements wie „Algorithmen kontrollieren?“ und „Nicht nur auf Deutsch!“.