Künstliche Intelligenz (KI) kann in der Arbeitswelt den Weg zu mehr Teilhabe und Chancengleichheit ebnen. Gleichzeitig führt sie in vielen Arbeitsgebieten zu drastischen Veränderungen. Was muss getan werden, damit das Ergebnis dieser Transformation eine faire und soziale Arbeits- und Lebenswelt ist?
Darum ging es auf der KI-Konferenz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft am 19. und 20. Mai.
„KI ist ein Zukunftsversprechen für ein besseres, ein gesünderes und einfacheres Leben.“
Bundesminister a. D. Hubertus Heil
Dieses Versprechen umzusetzen, daran werden sich auch die Zukunftszentren beteiligen, für deren Erweiterung um Standorte in Westdeutschland im Rahmen der Veranstaltung der Startschuss gegeben wurde. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen werden in neu entwickelten KI-Modulen künftig unter anderem bei der partizipativen und co-kreativen Einführung von KI-Systemen unterstützt. Damit ergänzen die Zukunftszentren die Experimentierräume des BMAS, in denen Lösungen für die Arbeitswelt 4.0 entwickelt und dabei schon heute konkrete Erfahrungen bei der Anwendung von KI in der betrieblichen Praxis gesammelt werden.
Neben Bundesminister Heil und Staatssekretär Björn Böhning nahmen an der Konferenz zahlreiche nationale und internationale Expert*innen aus Forschungsinstituten, Gewerkschaften, KI-anwendungsorientierten Unternehmen, der OECD und der Verwaltung teil. In den elf Panels der Konferenz widmeten sich die Teilnehmer*innen zentralen Fragestellungen rund um Künstliche Intelligenz.
In den Diskussionen wurde deutlich, wie wichtig sowohl Regulierung als auch Freiräume sind: Klare Regeln sollen dafür sorgen, dass KI sicher, transparent und verantwortungsvoll eingesetzt wird und bieten Unternehmen und Start-ups Rechtssicherheit. Vor diesem Hintergrund begrüßten viele Teilnehmer*innen den Impuls, der vom kürzlich veröffentlichten KI-Regulierungsvorschlag der EU-Kommission ausgeht. Zugleich müssen auch Offenheit und Flexibilität gewahrt werden, um Innovationen zu fördern.
Auch was mit Begriffen wie einer menschenzentrierten und gemeinwohlorientierten Anwendung von KI-Systemen gemeint sein kann, wurde von den Teilnehmer*innen anhand konkreter Anwendungsszenarien genauer bestimmt - etwa im Sinne eines Schutzes vor Diskriminierung bei Personalentscheidungen. Zu den wichtigsten Voraussetzungen hierfür gehören: Eine sinnvolle und nachvollziehbare Klassifizierung bestehender und künftiger KI-Systeme, wie sie etwa das Framework der OECD vorsieht, aber auch deren Testung und Normierung - und dies alles auf der Grundlage qualitativ hochwertiger Daten.
„Wenn immer mehr Entscheidungsprozesse in die KI verlagert werden, müssen wir dafür sorgen, dass Diskriminierung hier von Anfang an entgegengewirkt wird.“
Staatssekretär Björn Böhning
Konkret wurde es auch im Hinblick auf die betrieblichen und gesellschaftlichen Auswirkungen bestehender KI-Systeme. Im Panel zu „KI in der Praxis und für die Praxis“ diskutierte Staatssekretär Björn Böhning mit Expert*innen aus Arbeitswelt und Forschung über Anwendungsbeispiele sowie Chancen und Herausforderungen, die sich im Arbeitsalltag mit KI bereits heute abzeichnen. Das Ministerium arbeitet mit an dem Ziel, die Erfahrungen aus der Praxis um wissenschaftliche Analysen zu ergänzen. Auf diese Weise soll eine Basis für gut informierte politische Entscheidungen und die Governance von KI-Technologien geschaffen werden.
