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Soziale Innovationen

Die Rahmenbedingungen für eine Innovationskultur gestalten

Wie kann eine Gesellschaft sich aus sich heraus dauerhaft erneuern? Was für Bedingungen finden die innovativen gesellschaftlichen Kräfte vor? Was braucht es, damit Soziale Innovationen entstehen? Wie kann beispielsweise aus technologischem Fortschritt auch sozialer Fortschritt entstehen? Die Humanisierung der Arbeitswelt ist ein wichtiges Beispiel, wie dies gelingen kann.

Es ist ein Kernanliegen des BMAS, Innovationsprozesse langfristig zu stärken. Da das Themenfeld Soziale Innovationen ein Querschnittsthema nicht nur im BMAS, sondern auch in der Bundesregierung insgesamt ist, wurde in den vergangenen Monaten ein ressortübergreifendes Konzept zu Sozialen Innovationen entwickelt. Die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft hat dafür ihre Expertise zur Förderung von Sozialen Innovationen und gemeinwohlorientierten KI-Innovationen eingebracht.

Neue Technologien erweitern häufig die gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten. Allerdings ist das Zusammenspiel von technologischem Fortschritt und sozialem Wandel häufig komplex: Wandelt sich die Gesellschaft unter dem Druck technologischer Innovationen, oder entstehen neue Technologien überhaupt als Antworten auf vorhandene Bedürfnisse, und wie werden sie identifiziert?

Für das BMAS ist es eine zentrale Kernaufgabe, soziale Innovationen in der direkten und unmittelbaren Anwendung für die Menschen zu gestalten und Bedingungen zu schaffen, damit sich innovative Lösungsansätze für gesellschaftliche und soziale Herausforderungen nah am gesellschaftlichen Bedarf, aus der Praxis heraus, entwickeln können. Die wirtschaftliche Verwertbarkeit ist dabei nicht ausgeschlossen, bildet aber nicht den zentralen Fokus. Dies findet sich in zahlreichen Projekten, Vorhaben und Programmen seinen Niederschlag, zum Beispiel in der Civic Innovation Platform.

Denn Soziale Innovationen entstehen nicht am „grünen Tisch“, sondern insbesondere durch das sektorübergreifende Zusammenwirken unterschiedlicher Akteur*innen, Perspektiven und Kompetenzen. So können sich auf der im September 2020 gestarteten multifunktionalen Civic Innovation Platform unterschiedliche Akteure über einen Ideenmarkt zusammenfinden und gemeinsam Projekte vorantreiben, die – unter bestimmten Voraussetzungen – im Rahmen des Projektes gefördert werden können.

„Soziale Innovationen entstehen meistens aus der Gesellschaft und ihren Bedürfnissen heraus. Sie werden befördert durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Akteur*innen, Perspektiven und Kompetenzen. Deshalb haben wir die Civic Innovation Platform gestartet: damit aus technischem Fortschritt auch sozialer Fortschritt werden kann.“

Bundesminister Hubertus Heil

Die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft insgesamt ist ein dauerhafter Prozess, der Rahmenbedingungen und geeignete partizipative Formate braucht. Soziale Innovationen fördern dann die Bereitschaft zu gesellschaftlichen Veränderungen, wenn sie sich an gesellschaftlichen Bedarfen orientieren. Indem sie aus der Gesellschaft heraus entstehen, können sie Menschen motivieren, aktiv zu werden und ihre Ideen in gemeinwohlorientiertes Handeln umzuwandeln. Hier spielt die Befähigung im Umgang mit dem „Neuen“ eine ebenso wichtige Rolle wie eine Innovationskultur, die Scheitern nicht als existentielle Erfahrung, sondern als Teil eines Prozesses definiert.  

Das BMAS möchte mit seinen Aktivitäten dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für eine Innovationskultur zu gestalten. Dazu haben sich BMAS, BMU und BMFSFJ zu Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl zusammengeschlossen, um ihre Aktivitäten zu bündeln und die Infrastrukturen zu vernetzen. So sollen im Sinne der KI-Strategie der Bundesregierung die gesellschaftlichen Kompetenzen, Strukturen und Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das Gemeinwohl, die Bürger*innen, die Umwelt und das Klima in den Mittelpunkt zu stellen und mehr Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Aneignung von KI-Technologien zu schaffen.

Veröffentlicht am 20. Aug 2021 zum Thema: Soziale Innovationen

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