Springe direkt zum: Inhalt

Arbeitsgesellschaft 2040

Schlüsseltechnologien und neue Arbeitswelten: Perspektiven für Jobs, Innovation und gute Arbeit

Veröffentlicht am 21. Jul 2026

Um die Chancen strategischer Zukunftstechnologien gezielt zu nutzen und Risiken frühzeitig zu erkennen, braucht es eine vorausschauende und systematische Beobachtung ihrer Entwicklungen und potenzieller Auswirkungen. In einem neuen BMAS-Forschungsprojekt wird untersucht, wie neue Schlüsseltechnologien die Arbeitswelt und den Wirtschaftsstandort Deutschland bis zum Jahr 2035 verändern und welche Folgen sich daraus für Beschäftigte und Unternehmen ergeben. Dies ist Grundlage für praxisnahe Ansätze und Rahmenbedingungen für gute Jobs, Innovation und menschenzentrierte Arbeit in der digitalen Arbeitswelt von morgen.

In einer alternden, wissens- und innovationsbasierten Volkswirtschaft wie Deutschland sind Schlüsseltechnologien entscheidend für Produktivität, Wohlstandssicherung und zukunftsfähige Jobs. Die Bundesregierung hat mit der Hightech Agenda Deutschland, in der das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) federführend an der KI-Roadmap beteiligt ist, sechs Schlüsseltechnologien in den Fokus gerückt: Künstliche Intelligenz (KI), Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für die klimaneutrale Mobilität. Neben diesen werden weitere Schlüsseltechnologien und technologische Konvergenzen, also das Verschmelzen verschiedener Technologien wie zum Beispiel KI-basierte Robotik, die Zukunft des Industriestandorts Deutschland beeinflussen. Sie verändern die Strukturen ganzer Branchen, Wertschöpfungsketten, Geschäftsmodelle und Berufsbilder oder stellen neue Anforderungen an Kompetenzen und Qualifizierung. Gleichzeitig können sich Chancen für bestimmte Beschäftigtengruppen ergeben und neue Fachkräftepotenziale erschlossen werden.

Das BMAS setzt sich angesichts des dynamischen technologischen und industriellen Wandels dafür ein, die Verbreitung und Nutzung von Schlüsseltechnologien zu stärken. Entscheidend ist dabei, Schlüsseltechnologien so in der Arbeitswelt zu adaptieren, dass Beschäftigte und Betriebe gleichermaßen von ihnen profitieren können. Vor dem Hintergrund des sich beschleunigenden technologischen Fortschritts, immer kürzerer Innovationszyklen und eines zunehmenden geopolitischen Wettbewerbs erfordert dies vor allem, Entwicklungen frühzeitig und systematisch in den Blick zu nehmen.

Auswirkungen neuer Schlüsseltechnologien analysieren

Hierfür hat die Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) seit März 2026 das neue Forschungsvorhaben „Schlüsseltechnologien und neue Arbeitswelten: Perspektiven für Jobs, Innovation und gute Arbeit. Auswirkungen neuer Schlüsseltechnologien auf die Arbeitswelt“ gestartet.

Methodisch verbindet das Vorhaben Datenanalysen und Expert*innenbefragungen mit Ansätzen strategischer Vorausschau („Strategic Foresight“) und strategischer Planung. Dieser integrierte Ansatz hilft, relevante Veränderungen und die Wechselwirkungen unterschiedlicher Einflussfaktoren frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Konkret wird basierend auf einem Screening-Prozess und Expert*innenbefragungen zunächst eine Auswahl besonders zentraler Technologien erstellt. Im Anschluss werden ausgewählte Technologien tiefergehend untersucht. Mithilfe von geoökonomischen Szenarien werden in den Analysen auch Umfeldfaktoren, wie die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Zugang zu Daten, Investitionsdynamiken oder Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten berücksichtigt, die die Technologiediffusion wesentlich beeinflussen.

Innovation fördern und Arbeitsprozesse verbessern

Schlüsseltechnologien sind entscheidend für die zukünftige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Mit dem Forschungsvorhaben schafft das BMAS eine fundierte Grundlage für politische Entscheidungsprozesse und Handlungsfähigkeit trotz sich schnell verändernder Rahmenbedingungen. Ein wichtiges Ziel des Projekts ist auch der Transfer der Erkenntnisse in die betriebliche Praxis, um Unternehmen, Beschäftigte und Sozialpartner zu befähigen, die Chancen neuer Schlüsseltechnologien für Innovation, gute Arbeit und zukunftsfähige Beschäftigungsperspektiven zu nutzen.

Das Projekt wird vom BMAS im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität bis Februar 2028 mit rd. 2 Mio. Euro gefördert und von der PD – Berater der öffentlichen Hand durchgeführt.