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KI in der Verwaltung

Seit 2021 gemeinsam innovativ: Das 25. KI-Lab des „Netzwerks KI in der Arbeits- und Sozialverwaltung"

Veröffentlicht am 16. Jan 2026

Künstliche Intelligenz (KI) bietet großes Potenzial für eine moderne, bürger*innennahe und effiziente Arbeits- und Sozialverwaltung. Zugleich ist die Einführung und Nutzung der Technologie in diesem Bereich besonders sensibel und herausfordernd. Gute Lösungen zu finden, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die sich am besten gemeinsam bewältigen lässt. Seit 2021 existiert dafür das Netzwerk „KI in der Arbeits- und Sozialverwaltung“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). In der Fachdialogreihe „KI-Labs“ vernetzen sich dabei Vertreterinnen und Vertreter von fast 20 Behörden.

Was kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Arbeits- und Sozialverwaltung leisten? Welche besonderen Herausforderungen bestehen beim Einsatz der Technologie in diesem Bereich? Wie lassen sich Anwendungsfälle identifizieren und welche Kompetenzen brauchen die Beschäftigten, um KI-Systeme souverän im Dienste der Menschen einsetzen und kontrollieren zu können?

Fragen wie diese sind entscheidend bei der Nutzung der Innovationspotenziale von KI-Anwendungen für die Arbeits- und Sozialverwaltung. Um sie zu beantworten hat das BMAS 2021 das „Netzwerk KI in der Arbeits- und Sozialverwaltung“ gegründet. Die Idee dahinter: Ein innovatives Dialog- und Beteiligungsformat zur behörden- und ebenenübergreifenden Zusammenarbeit im Geschäftsbereich des BMAS. Seither tauschen sich Vertreter*innen aus fast 20 Behörden der Arbeits- und Sozialverwaltung regelmäßig über ihre Praxiserfahrungen, zentrale Aspekte und Best Practices bei der Planung oder der Einführung des KI-Einsatzes in ihren Behörden aus. Das Ziel dabei: Die Chancen nutzen, die sich aus dem Einsatz der Technologie für Verwaltungsinnovation und Staatsmodernisierung ergeben – und dabei der besonderen Verantwortung gerecht werden, die mit der Nutzung von KI in der Arbeits- und Sozialverwaltung verbunden ist, weil hier besonders sensible Daten verarbeitet und Entscheidungen getroffen werden, die direkte Auswirkungen auf Bürger*innen in oftmals herausfordernden Lebenssituationen haben.

Herzstück und Mittelpunkt des Netzwerks sind regelmäßig stattfindende KI-Labs. Die Fachdialogreihe wurde Ende Dezember bereits zum 25. Mal erfolgreich von der Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS veranstaltet. 

Vertrauensvolle Zusammenarbeit, Aufbau von Know-how

Die Mitgliedsbehörden im Netzwerk profitieren von der Möglichkeit, sich mit Praktiker*innen und Verantwortlichen aus anderen Behörden in einem geschützten Raum mit offener Lernkultur auszutauschen. So können erste Ideen, akute Bedarfe und Erfahrungen mit bestehenden Hürden frühzeitig geteilt und gemeinsam weiterentwickelt werden. Eine zentrale Funktion des Netzwerks ist darüber hinaus der gezielte Aufbau von Wissen und Kompetenzen. Dieser erfolgt sowohl durch die Weitergabe von Erfahrungswissen und die Präsentation erfolgreicher Use Cases der Mitglieder als auch durch die fachliche Vertiefung wichtiger Themen gemeinsam mit externen Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis, die ihre Erkenntnisse in den KI-Labs einbringen. Besonders hilfreich sind auch passgenaue Unterstützungsangebote für die Mitglieder des Netzwerks. Zudem trägt das Netzwerk dazu bei, in einzelnen Behörden entwickelte Anwendungen im gesamten Geschäftsbereich des BMAS verfügbar zu machen und Synergien zu erschließen.

Leitlinien und Qualitätsstandards im Einklang mit rechtlichen Vorgaben

Im Jahr 2022 hat das Netzwerk eine gemeinsame Wertegrundlage erarbeitet, um die Einführung von KI in der Verwaltung an zentralen Werten und Prinzipien zu orientieren. Darauf aufbauend wurden „Selbstverpflichtende Leitlinien für den Einsatz von KI in der Arbeits- und Sozialverwaltung“ entwickelt, deren Anwendung eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die in den Behörden eingesetzten KI-Systeme zuverlässig, menschenzentriert und diskriminierungsfrei sind. Eine ergänzende Arbeitshilfe erleichtert die Umsetzung von KI-Projekten, indem sie für die typischen Projektphasen eines kompletten KI-Lebenszyklus 82 konkrete Aufgaben für verschiedene Rollen in KI-Projekten definiert.

KI-Leuchtturmprojekte

Drei von den Behörden des Netzwerks umgesetzte und vom BMAS finanzierte Leuchtturmprojekte zeigen zudem, wie konkrete KI-Lösungen in der Arbeits- und Sozialverwaltung erfolgreich implementiert werden können. So unterstützt ein KI-System seit 2023 die Unfallprävention bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Die Anwendung analysiert, bei welchen Unternehmen ein erhöhter Beratungsbedarf in puncto Arbeitsschutz besteht und hilft den Beschäftigten der BG BAU auf diese Weise, ihre begrenzten Kapazitäten effizient zur Vermeidung von Arbeitsunfällen einzusetzen.

Eine KI-Anwendung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) unterstützt die Beschäftigten dabei, die Korrektheit der von Arbeitgebern geleisteten Sozialabgaben zu überprüfen und so sicherzustellen, dass die Arbeitnehmer*innen den richtigen Versicherungsschutz haben. Durch den Austausch im Behördennetzwerk wurde außerdem die KI-Anwendung „VBG-KlarText“ bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) erfolgreich auf den Weg gebracht. Sie hilft den Beschäftigten bei der verständlicheren Formulierung von rund 4,2 Millionen Behördenschreiben pro Jahr und wird nun auch für alle anderen Behörden der Arbeits- und Sozialverwaltung und darüber hinaus verfügbar gemacht.

Wissenstransfer über die Grenzen des Netzwerks hinweg

Das Netzwerk präsentiert das erarbeitete Know-how regelmäßig auf Veranstaltungen, wie dem Creative Bureaucracy Festival, der re:publica oder dem GovTech Gipfel, und sorgt so für eine breite Diffusion der gewonnenen Erkenntnisse.

Für das Jahr 2026 sind die Fortsetzung der Arbeit des Netzwerks und weitere KI-Labs geplant.