Navigation and service

re:publica19 - Rückblick

Vom 6. bis 8. Mai war die Denkfabrik auf der re:publica19. Unser Programm widmete sich dem Thema Macht und Kooperation in der digitalen (Arbeits-)Gesellschaft.

Einen Eindruck von unserem Programm zeigt unser Rückblick.

Collage mit einem Mann und einer Frau die nachdenken und ein Wolkenkratzer dazwischen.
»Über Macht verfügt niemals ein Einzelner.« Hannah Arendt, 1970

Rückblick

Vom 6. bis 8. Mai 2019 zog die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft um: Die STATION Berlin wurde zur temporären Heimat der Denkfabrik auf der re:publica 19. An drei Tagen haben wir gemeinsam mit mehr als 70 Gästen über das Thema "Wie verändern sich Macht- und Kooperationsverhältnisse in der Digitalen Transformation?" nachgedacht, debattiert, gestritten und uns gegenseitig beratschlagt.

re:publica Bildergalerie

Collage von der Weltkugel, einer Schachfigur und Personen.
»Es ist ein erstaunliches Merkmal der Menschen, dass sie die Fähigkeit zur Kooperation besitzen.« John Searle, 2010

Die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft auf der re:publica19

Vom 6. bis 8. Mai 2019 wurde die Halle 2 der STATION in Berlin zur temporären Außenstelle der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS. Als einer der Hauptpartner der re:publica19 starteten wir unser neues Schwerpunkthema Macht und Kooperation in der digitalen (Arbeits-) Gesellschaft. Wir diskutierten über Plattformökonomie, Künstliche Intelligenz, Arbeitskultur und Datenschutz, über Datenökonomie, digitale Genossenschaften, soziale Bewegungen und neue Formen der Partizipation und ordneten im Austausch mit unseren Speaker*innen diese Themen in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext ein. Doch es wurde nicht nur diskutiert, neben den spannenden Keynotes und Diskussionspanels gab es Co-Working-Angebote, eine Lounge-Area mit Lese- und Arbeitsecke und Sessions zu Yoga und Achtsamkeit.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Themen des Bundesarbeitsministeriums stellte sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil im Speeddebating Vertreter*innen von Jugendorganisationen und diskutierte, wie sich Macht- und Kooperationsverhältnisse durch die und in der Digitalisierung verändern und welchen Blick die jüngere Generation auf Chancen und Risiken der Digitalisierung wirft.

Hallenplan
Collage: Ein Bild von einem schreienden Jungen auf einem Tablet, davor ein Megaphon.
»Alle Macht erzeugt Gegenmacht. Die Entstehung kosmopolitischer Gesellschaften und die Herausbildung ihrer Feinde sind zwei Seiten derselben Bewegung.« Ulrich Beck, 2002

Unser Programm können Sie auch hier herunterladen.

Collage: Ein Kind hält einen Regenschirm über einen Roboter.
»Eine wahrhafte Demokratie ist ohne wirkliche kritische Gegenmacht nicht möglich.« Pierre Bourdieu, 1998

Aktueller Schwerpunkt der Denkfabrik: Macht und Kooperation

Die digitale Transformation verändert unsere Alltagskultur, die Art, wie wir kommunizieren, lernen, lesen, einkaufen, arbeiten oder Geschäfte machen. Sie wirkt auch grundsätzlich: Sie verändert die Grundlagen unserer Beziehungen – das "Zwischen-uns", also das Öffentliche, das Politische, das Strukturelle und Intersubjektive, eben das, was aus vielem Einzelnen eine Gesellschaft bildet.

Überall stellen sich Machtfragen neu. In der Vergangenheit wurde oft das Bild der "Verflüssigung" gewählt: Angesichts eines "Datenmeeres" gerieten gelernte Formen "ins Schwimmen", Grenzen schienen sich "aufzulösen", der "Aggregatzustand der Gesellschaft" zu verändern und als eine mögliche Antwort wurde "liquid democracy" diskutiert. Inzwischen tritt deutlicher hervor, worum es in der digitalen Transformation eigentlich geht: um eine komplexe und weitreichende Verschiebung von Machtverhältnissen. Sei es das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft, von Produzenten und Konsumenten, von Politik und Medien, von Hierarchien in Bildungs- oder Arbeitskontexten, von Staaten oder Unternehmen untereinander, von Menschen und Maschinen oder auch das Verhältnis des Individuums zu sich selbst: Damit stellen sich prinzipielle Fragen: Was ist eigentlich Macht? Was unterscheidet sie von Herrschaft? Welche Institutionen können Macht fruchtbar machen und einhegen? Passen unsere "Checks and Balances" in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit noch? Oder bedürfen sie einer Aktualisierung oder Neuausrichtung? Wie gehen wir persönlich mit Macht um? Und was macht sie mit uns und unseren individuellen Beziehungen?

Das Bewusstsein für Macht ist neu erwacht. Es kann anknüpfen an umfassende Analysen aus den vergangenen Jahrhunderten. Vor allem im 20. Jh. wurden auch die produktiven Seiten von Macht umfassend beschrieben. Eine neue Perspektive ergibt sich dabei aus der noch jungen anthropologischen Kooperationsforschung. Ihr zufolge zeigt sich, dass die Fähigkeit zur Kooperation der eigentliche Erfolgsfaktor der menschlichen Spezies ist. Die Digitalisierung scheint diese Fähigkeit zu begünstigen – im Guten wie im Schlechten. So gewinnen neue, sich digital organisierende Bewegungen und Organisationsformen zunehmend an Bedeutung und damit an Macht – was ganz neue Fragen aufwirft.

Die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales untersucht in einem etwa einjährigen Programmschwerpunkt die Verschiebung von Macht- und Kooperationsverhältnissen in der digitalen Transformation. Den Auftakt bildete das Programm auf der re:publica 2019. Seitdem wird das Thema bis Mitte 2020 in unterschiedlichen Veranstaltungen und Publikationen weiterverfolgt.

Die Denkfabrik auf Twitter

Verfolgen Sie das re:publica-Programm der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft auf Twitter. Wir teilen mit Ihnen Statements unserer Gäste, berichten live vor Ort und geben Eindrücke von den Diskussionen auf der Bühne und im Publikum. #rp19 #MachtUndKooperation

Jetzt Folgen
back to top