Springe direkt zum: Inhalt

Tag der offenen Tür 2026 | 20. - 21. Jun 2026 Zietenplatz, Berlin

Rückblick: Tag der offenen Tür 2026

Am 20. und 21. Juni hatte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Auf dem Berliner Zietenplatz warteten Informationsangebote, Mitmachaktionen, Musik, internationales Essen und Gespräche mit denen, die Arbeits- und Sozialpolitik gestalten. Neben Informationsständen zu Fachkräftesicherung, Inklusion und Rente war die Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft mit mehreren Angeboten vertreten.

KI in der Arbeitswelt – ein Gespräch, das viele bewegt

Den inhaltlichen Auftakt des Samstags bildete eine Diskussion zwischen Staatssekretär Dr. Michael Schäfer und Moderatorin Nadine Kallenbach. Im Fokus standen die Fragen, die derzeit viele Menschen bewegen: Wird Künstliche Intelligenz für uns im Job zur Konkurrenz, oder kann uns die Technologie eher unterstützen und entlasten? Wo liegen die größten Chancen für Beschäftigte, Betriebe und die Gesellschaft – und wo die größten Risiken? Welche Rolle spielt die Politik beim Setzen von Schutzstandards? Und was unternimmt das BMAS konkret, um Qualifizierung und Weiterbildung im Umgang mit KI-Technologien zu fördern? Das Gespräch bot einen offenen Rahmen für die Auseinandersetzung mit einer Entwicklung, die längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Bundesministerin Bärbel Bas betonte dabei in ihrer Eröffnungsrede am Sonntag, dass KI die Arbeitswelt zwar grundsätzlich verändern wird, der Mensch aber immer eine entscheidende Rolle spielen wird.

Was entsteht, wenn Gemeinwohl auf Tech-Expertise trifft

Am Stand der Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft konnten Besucher*innen den Wandel der Arbeitswelt durch KI direkt erleben. Im Rahmen der ressortübergreifenden Initiative Civic Coding (BMAS, BMBFSFJ und BMUKN) wurden drei Projekte vorgestellt, die ganz konkret zeigen, wie gemeinwohlorientierte KI in der Praxis aussehen kann. Civic Coding setzt sich dafür ein, Daten- und KI-Kompetenzen in der Gesellschaft zu stärken und möglichst vielen Menschen gesellschaftliche Teilhabe, eine informierte Haltung zu den Technologien sowie die Umsetzung von Digitalprojekten zu ermöglichen, die Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen suchen. Die drei vorgestellten Projekte stehen exemplarisch für das, was entsteht, wenn Gemeinwohl auf Tech-Expertise trifft.

Virtual Conflict Academy – Konfliktkompetenz durch virtuelle Realität

Konflikte gehören zum Arbeitsalltag. Die Frage ist nicht, ob sie entstehen, sondern wie man mit ihnen umgeht. Genau hier setzt die Virtual Conflict Academy an: In immersiven Simulationen mit einer VR-Brille interagierten Besucher*innen mit adaptiven KI-Charakteren, erprobten spielerisch Deeskalations- und Vermittlungsmethoden und erhielten am Ende personalisiertes Feedback durch einen KI-Coach. Das vorgestellte Projekt und die VR-Brille können sowohl in der Schule, der Jugendarbeit als auch im Berufsalltag eingesetzt werden. Die Virtual Conflict Academy zeigte den Besucher*innen, wie KI-gestützte Trainings die Weiterbildung im Bereich Konfliktkompetenz grundlegend verändern können.

pib – Robotik aus dem 3D-Drucker zum Selbermachen

Wer beim Tag der offenen Tür besonders viele neugierige Blicke auf sich zog, war pib. Der humanoide Roboter, dessen Name für „printable intelligent bot“ steht, kann vollständig im 3D-Drucker hergestellt, selbst zusammengebaut, programmiert und mit KI zum Leben erweckt werden. Als Open-Source-Projekt macht pib Technik, KI und Robotik verständlich, kreativ und direkt erlebbar – in der Ausbildung, im Klassenzimmer, im Hörsaal oder zu Hause. Der pib-Roboter begeisterte die Besucher*innen, indem er anschaulich vermittelte, dass KI-Technologie selbst mitgestaltet werden kann.

ConBotics MalerRoboter – Unterstützung statt Ersatz

Das dritte Projekt brachte einen zentralen Grundsatz im Umgang mit KI auf den Punkt: Technologie soll entlasten, nicht ersetzen. Der MalerRoboter von ConBotics wurde als intelligente Robotiklösung für die Bauindustrie entwickelt und übernimmt körperlich belastende und repetitive Beschichtungsarbeiten, erkennt dank KI eigenständig Hindernisse, Türen und Fenster und sorgt für präzise Ergebnisse. Die Besucher*innen konnten beobachten, wie der MalerRoboter die Arbeit sicherer und effizienter macht und so die Fachkräfte entlastet. 

Eine Zukunft, die wir gemeinsam gestalten

Beim Tag der offenen Tür im BMAS wurden verschiedene Perspektiven zusammengebracht, die gesellschaftliche Debatte über eine sozial gerechte digitale Transformation der Lebens- und Arbeitswelt offen geführt und dabei ganz konkret gezeigt, was heute schon möglich ist. KI ist keine abstrakte Zukunftstechnologie mehr, sie ist da. Und mit den richtigen Rahmenbedingungen, klaren Schutzstandards und gezielter Qualifizierung kann sie zu einer Arbeitswelt beitragen, die für alle besser wird.