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  • Die Denkfabrik stellte vier Szenarien zur Zukunft der Arbeitsgesellschaft zur Diskussion
  • Die Zukunftsbilder zeigen positive wie negative Aspekte der jeweiligen Entwicklungen
  • Daraus abgeleitete Leitfragen für die Gegenwart sollen helfen, Strategien für eine wünschenswerte Zukunft zu gestalten

Wie werden wir im Jahr 2040 arbeiten? Diese Frage stand im Zentrum unserer virtuellen Konferenz „Arbeit weiter denken – Ausblick auf die Arbeitsgesellschaft 2040“ am 17. Juni 2021. Die Veranstaltung wurde live und mit Publikumsbeteiligung übertragen und diente dazu, die Zukunftsbilder zum ersten Mal zur Diskussion zu stellen. Daran beteiligten sich neben Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) verschiedene Expert*innen aus Politik, Wissenschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Der Konferenz vorgeschaltet war ein mehrmonatiger partizipativer Prozess der Strategischen Vorausschau, in dem in Kooperation mit den Zukunftsforscher*innen von Foresight Solutions und dem Institut für Innovation und Technik vier Zukunftsbilder einer fiktiven, aber möglichen Arbeitsgesellschaft 2040 entwickelt wurden:

  • die smarte Maschinen-Gesellschaft
  • die Plattform-Gesellschaft
  • die Welt des Netzwerkkapitalismus
  • die ressourceneffiziente Gesellschaft.

Mehr zur Entwicklung der Zukunftsszenarien erfahren Sie hier. Bei den verschiedenen Zukunftsbildern handelt es sich nicht um Prognosen - sie sollen mögliche Entwicklungen antizipieren und je nach Intensität der als maßgeblich angenommenen Einflussfaktoren verschiedene Zusammenhänge und Ausprägungen pointiert, aber plausibel skizzieren. Die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft bietet mit den Zukunftsbildern eine Grundlage zur Diskussion über die gemeinsamen arbeits- und sozialpolitischen Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten der Zukunft, also Fragen wie: Was macht eine wünschenswerte Zukunft aus, welche negativen Trends zeichnen sich ab und was muss jetzt bereits angegangen werden?

Alle Menschen müssen von der Digitalisierung profitieren

Viele der wichtigen Zukunftsthemen wie Qualifizierung und Weiterbildung, Künstliche Intelligenz oder Plattformarbeit stehen bereits heute ganz oben auf der Agenda des BMAS. Staatssekretär Björn Böhning betonte in seiner Begrüßung, dass neben gemeinsamen europäischen Antworten auf die Fragen der Digitalisierung insbesondere ein gutes Zusammenspiel der Sozialpartner, aber auch zwischen Mensch und Maschine entscheidend sei, denn:

„Wir wollen Technologie so nutzen, dass es den Menschen in Zukunft besser geht.“

Staatssekretär Björn Böhning

Für eine soziale und widerstandsfähige Zukunftsgesellschaft: mehr Fokus auf Bildung und Zusammenhalt

Wie Gesellschaft und Politik bei der Gestaltung der Zukunft sinnvoll zusammenwirken können, war Thema der Keynotes von Prof.Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), und Prof. Dr. Marcel Fratzscher, Präsident Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Allmendinger stellte das Thema umfassender gesellschaftlicher Teilhabe ins Zentrum und plädierte in diesem Rahmen für mehr staatliches Handeln: „Bildungspolitik ist die beste Sozialpolitik“, sie bilde den Schlüssel zu mehr Teilhabe, könne aber auch wirksam davor schützen, dass die Gesellschaft sich nicht weiter polarisiert. Fratzscher sprach sich für eine werteorientierte Wirtschaftspolitik aus, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, und betonte mit Blick auf die Covid-19-Pandemie: „Gesellschaften, die besonders solidarisch sind, sind deutlich widerstandsfähiger in Krisen.“

Lebhafte Debatte über die vier Zukunftsszenarien

Die vier Szenarien wurden im Expert*innen-Panel mit Enzo Weber (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung IAB), Susanne Dehmel (Bitkome. V.), Kajsa Borgnäs (Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE), Klaus Dörre (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Marc Bovenschulte (Institut für Innovation und Technik) sehr unterschiedlich bewertet: Klaus Dörre forderte beispielsweise eine „Nachhaltigkeitsrevolution“ ein, die ähnlich der Industriellen Revolution die Gesellschaft grundlegend transformieren müsse. Kajsa Borgnäs sprach sich für mehr Kooperation zwischen Staat, Arbeitswelt und der Zivilgesellschaft aus und Susanne Dehmel plädierte dafür, die Potenziale der Digitalisierung für die ökologische Transformation nicht zu vernachlässigen.

Panel - Wie werden wir im Jahr 2040 arbeiten?

Das Video wird von Youtube eingebettet.

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Leitfragen für die Gegenwart helfen, eine wünschenswerte Zukunft zu gestalten

Um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich an der Diskussion der Zukunftsbilder zu beteiligen, fanden fünf parallele Workshops (s. Programm) statt, in denen Aspekte rund um Teilhabe, Beschäftigung, Qualifikation, gesellschaftliche Werte bis Nachhaltigkeit intensiv beleuchtet wurden. Ziel war, aus den Zukunftsbildern Leitfragen abzuleiten, auf die Arbeits- und Sozialpolitik in den nächsten Jahren Antworten finden sollte, um eine wünschenswerte Zukunft zu gestalten. Dabei ging es zum Beispiel um die Menschenwürde in der zukünftigen Arbeitswelt, um Partizipationschancen für ältere Arbeitnehmer*innen, flächendeckende Qualifizierung von Fachkräften, den Klimawandel und eine bessere Chancengleichheit. Die gesammelten Fragen werden zeitgleich mit den finalisierten Szenarien veröffentlicht und bilden die Grundlage in der nächsten Phase des Szenarienprozesses.

In diesem Sinne dankte für die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft Dr. Julia Borggräfe, Abteilungsleiterin Digitalisierung und Arbeitswelt im BMAS, in ihrem Schlusswort allen Teilnehmer*innen und betonte dabei die Bedeutung, sich interdisziplinär und ressortübergreifend zu vernetzen:

„Herausforderungen wie die digitale und ökologische Transformation können wir nur bewältigen, wenn wir auf Partizipation und Kooperation setzen.“

Dr. Julia Borggräfe, Abteilungsleiterin im BMAS

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