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Die Civic Innovation Platform auf der re:publica Campus

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Die re:publica Campus ist ein Prototyp. Vier Wochen lang testen die Veranstalter*innen der Internetkonferenz digitale, hybride und analoge Formate rund um vier Schwerpunktthemen. So soll ein Experimentierfeld für zukünftige Projekte entstehen. Das Setting hätte also kaum passender sein können, als am 24.09.2020 Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), mit der Leiterin des Prototype Fund Adriana Groh und Anika Krellmann, Referentin bei der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), zusammentraf, um sich über ein neues Projekt der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS auszutauschen: Die Civic Innovation Platform. Moderiert wurde die Veranstaltung von Geraldine de Bastion, Gründerin des Beratungsunternehmens Konnektiv.

Anika Krellmann und Adriana Groh begleiten das Projekt bereits von Beginn an: Ausgehend von Workshops auf der re:publica 2019, startete die Denkfabrik die konzeptionelle Ausgestaltung des Projektes. Anlass war eine grundlegende Erkenntnis, die vor allem bei der Formulierung der KI-Strategie aufgefallen war, berichtete Böhning: Beim Thema Technologie wird „vornehmlich über Wirtschaft, Start-ups und Wissenschaft geredet, nicht aber über zivilgesellschaftliche Projekte.“ Das möchte die Denkfabrik mit der Civic Innovation Platform ändern. Die Förderplattform richtet sich bewusst an Akteur*innen, die beim Thema KI an gesellschaftlichen Mehrwert denken. „Das schließt aber nicht aus, dass die im Rahmen des Projektes geförderten Konzepte auch marktfähig werden könnten“, so Böhning.

Es muss ein mentaler Wandel stattfinden

Diese ergebnisoffene Förderung ist für ein Bundesministerium durchaus neu und ungewöhnlich – die Umsetzung war deswegen nicht einfach, wie Böhning zugibt. Entsprechend groß ist daher die Hoffnung, durch dieses Zeichen des Bundes, die Förderlandschaft auch auf Landes- und kommunaler Ebene zu verändern. Annika Krellmann, die bei der KGSt für Themen rund um die „Digitale Kommune“ zuständig ist und die Plattform KGSt®-Kommunect digital für kommunale Digitalisierungsbeauftragte mit aufgebaut hat, unterstützt dieses Vorhaben. Auch im städtischen Bereich gehe es darum, eine Lernkultur zu etablieren und das Datenmanagement im urbanen Raum und in der Verwaltung weiter auszubauen. Dies sei zwar durchaus noch ein langer Weg, aber erste gute Ideen seien da.

„Wenn man innovativ sein möchte, muss auch mal etwas schiefgehen dürfen“, bestätigt auch Adriana Groh, die sich mit dem Prototype Fund ebenfalls gezielt an die Zivilgesellschaft richtet und Programmierer*innen bei ihren Ideen für Open-Source-Software unterstützt. Schließlich entstehe Innovation nicht in wenigen Clustern, sondern sei ein Thema, das alle angeht. Es gehe deswegen darum, Menschen in der Breite zu befähigen, nur so entstünden Lösungen, die man nicht erwartet habe.  

Zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Civic Innovation Platform ist die gegenseitige Vernetzung. Nur durch eine aktive und möglichst diverse Community können Lösungen für das Gemeinwohl entstehen, die sich nah an den gesellschaftlichen Bedürfnissen orientieren. Die Denkfabrik denkt deswegen bereits über das konkrete Projekt der Civic Innovation Platform hinaus. Langfristig soll diese zu einem zentralen Element eines lebendigen KI-Ökosystems für das Gemeinwohl in Deutschland und Europa werden, das derzeit vom BMAS gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aufgebaut und gestaltet wird: „Wir müssen hin zu mehr Empowerment“, so Böhning abschließend.

Über das Projekt Civic Innovation Platform

Konkret geht es bei dem Projekt Civic Innovation Platform darum, das Potenzial von KI für soziale Zwecke zu nutzen. So können Daten aus Kommunen, Vereinen oder Verbänden beispielsweise dazu beitragen, „die Mobilität von Menschen mit Behinderung zu erhöhen oder pflegebedürftige Menschen länger zuhause zu versorgen, so der Staatssekretär.

Im ersten Schritt sollen möglichst viele Bürger*innen, Entwickler*innen, Vertreter*innen aus Start-ups, Institutionen oder Verbänden animiert werden, sich auf der Plattform unter www.civic-innovation.de anzumelden und sich dort mit geeigneten Kooperationspartner*innen zu vernetzen. Bis zum 15. November 2020 können sektorübergreifende Projektteams ihre Skizzen für den Ideenwettbewerb „Gemeinsam wird es KI“ einreichen. Bis zu 15 der besten Projektideen werden mit bis zu 20.000 Euro prämiert. Mit dem Preisgeld können die Projektpartner*innen ihre Idee konzeptuell ausarbeiten und sich anschließend für eine Projektförderung bewerben. Dafür stehen in den nächsten Jahren 17,8 Millionen Euro bereit. Für 2021 und 2022 sind jeweils zwei weitere Runden des Ideenwettbewerbs geplant.

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